Digi Digi all over and forever?

Let’s get grounded again….

Nun sind alle wieder wach.  :-))
Das hat der Crowdstrike Effekt schon mal bewirkt.
Nur, dass die Crowd nun den Dienstleister als Verursacher hinstellt, ist unfair.

Hier sind einige Faktoren es wert, angesehen zu werden:

  • zuerst einmal das blinde Vertrauen in eine höchst empfindliche Technologie, die inzwischen jeden Bereich des Lebens erreicht hat, inklusive unser Denken (das sich bereits sehr oft eher an der Menüzeile des Computers orientiert.)
  • Der Monofokus, dem wir uns jeden Tag aussetzen – egal ob am Bildschirm eines Computers, Tablets oder Smartphones – hat uns vergessen lassen, dass Schritt eins immer weitere zur Folge hat. Zu verlockend und bequem ist die Idee, mit nur einem Klick in meiner digitalen Wollmilchsau mal eben das Leben bzw. die Arbeit zu organisieren und effizient zu machen.
  • Dass es mal wieder schnell gehen musste. Das lässt sich an der Tatsache ablesen, dass höchst sensible Infrastrukturen (z.B. Krankenhäuser) nicht mit Alternativtechnologien abgesichert wurden – oder wenigstens mit abgekoppelten, eigenständigen lokalen Backup-Strukturen. Das ist ja auch ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor.
    Hat sich gerächt.
  • Polemisch gesagt: es wurde alles auf „Rot“ gesetzt – und durch die diesmal nur zeitweise Handlungsunfähigkeit von z.B. Fluglinien, Krankenhäusern, Banken und vielen anderen eine Menge dabei verloren.

Das bildet allerdings nur einen kleinen Ausschnitt der weltumspannenden Infrastruktur ab, die all ihre Informationen nur mittels eines einzigen einheitlichen Protokolls austauscht.
Ein seidener Faden.

Mit Cloudcomputing befanden wir uns also nur kurzfristig auf Wolke sieben.
Die Hoffnung war gross, durch die Auslagerung in die Cloud für die Anforderungen von Speicherung und BackUp genug getan zu haben. Zurück in der Realität sind die Abhängigkeiten, die geschaffen wurden, nun deutlich ins Scheinwerferlicht gerückt.
Ähnlich wie bei der dynamischen Lagerhaltung der Grosswirtschaft, zeigt sich hier, dass gemischte Strukturen verlässlicher greifen. Fällt ein System aus, kann das andere wenigstens noch puffern und bis zur Behebung des Problems die Handlungsfähigkeit bewahren.

Daraus ergeben sich noch andere Fragestellungen in Bezug auf das Zusammenspiel von Wirtschaft und Gesellschaft und inwieweit ausgrenzende Denkstrukturen weiterführen. Und vor Allem auch folgende Frage:
Brauchen wir wirklich für jeden Bereich im Leben ein Digi-Tool ?

Ich erinnere mich an die Zeit, als das Internet noch nicht werbeverseucht war, da war es ein Paradies für Wissenschaftler und Wissenshungrige.
Wie wichtig und hilfreich die Digitalisierung für den wissenschaftlichen Bereich lässt sich zum Beispiel in der Medizin klar absehen.
Hier macht sie also absolut Sinn.

Das kann ich z.B. vom Trend des Digital Signage überhaupt nicht behaupten. Der Wert des Inhalts der meisten Displays ist klar anzuzweifeln, falls überhaupt ein Wechsel stattfindet, der Energieverbrauch hingegen enorm. Neben den Produktionskosten dieser Monitore kommen ja nicht nur die Stromkosten für deren Betrieb dazu, sondern auch die Energieverbräuche der zuspielenden Infrastruktur, also Router, Switches, Server sowie der Rechner, auf denen die Inhalte generiert wurden, etc…

Auch für jede einzelne Suchmaschinen-Anfrage stellt sich ein überbordender Energiebedarf dar. Ich zeige hier eine vereinfachte Darstellung für eine Suche nach „rote Schuhe mit Schleife“ und welcher Energie-Aufwand dabei in Gang gesetzt wird:

Eigener Computer/Tablet/Smartphone —> WLAN/Router zu Hause/im Office —> ggf. Sendemast —> Knotenpunkt —> Routing (wahrscheinlich mehrfach) und Infrastruktur z.B. DNS Server —> Knotenpunkt —> Eingang beim Suchmaschinenbetreiber —> von dort Anfrage an mehrere Rechenzentren —> Verarbeitung der Antworten und Aufbereitung in eine Zusammenfassung im Rechenzentrum —> Knotenpunkt —> Routing (wahrscheinlich mehrfach) und Infrastruktur z.B. DNS Server —> Knotenpunkt —> ggf. Sendemast —> WLAN/Router zu Hause/im Office —> Ergebnis auf eigenem Computer/Tablet/Smartphone

Was für ein Energieaufwand für eine einzige simple Schuh Abfrage! Jede einzelne dieser Stationen verbraucht Energie, teils immens. Ähnlich verhält es sich mit Firmenstrukturen (dort auch im eigenen Intranet)

Da immer mehr Geräte in der digitalen Infrastruktur eingebunden und vernetzt werden (z.B. Internet of Things, Automobile etc.) steigt der Energiebedarf weiterhin exponential .
Die Meisten dieser Gadgets und Services sind nicht überlebensrelevant.
Das, was es mit unserer Umgebung macht, schon.

Es stellen sich also folgende Fragen:

  • wo macht Digitalisierung Sinn?
  • brauchen wir eine Digitalisierung um jeden Preis,
  • was ist verhältnismässig ?
  • in welchem Umfang ist sie verantwortbar?
  • sind die Konsequenzen absehbar?
  • wem kommt sie zu Gute?
  • welche Alternativen haben wir bzw. können wir noch entwickeln?

Nicht alles, was man tun kann, muss man auch tun.

Global stellt sich diese Frage genauso, wie die danach, was, dem Einzelnen zu Gute kommen kann ohne einer Allgemeinheit zu schaden.

Ausgrenzendes Denken ist auf jeden Fall nicht das Mittel der Wahl  ;))
Sondern ein globales Miteinander.

Viel Spass beim Umdenken, werte Crowd.
Strike!
;-))