BASH THE WEAK!

Oder: wollen wir wirklich ein Zeitalter der Angst?

Nun hat Trump’s Wort- und Handlungswahl also anscheinend auch Deutschland eingeholt.

Ein Land, das so grosse Stücke auf seine kulturelle Vergangenheit legt, vergisst diese offensichtlich und tauscht sie nun ebenfalls gegen eine „Black & White“ und „Think Only One Step Forward“ Denkweise ein. Denn nichts anderes ist ausgrenzendes Denken und Handeln.

Es gibt viele Möglichkeiten, dass mich Ausgrenzung schon morgen treffen kann, sei es aus politischen, ideologischen, religiösen oder anderen Gründen:

Weil meine Augen braun sind. Oder weil ich in Köln geboren bin.
Alle, die braune Augen haben müssen sofort das Land verlassen.
Und Köln wird nicht mehr beliefert. Auf Kölsch werden ab sofort 400% Strafzölle erhoben.

Unwahrscheinlich?
Wohl kaum. Geschichte und Gegenwart bieten reichhaltig Beispiele.
Nur hat leider gerade gesellschaftlich das grosse Vergessen eingesetzt. Und die Fähigkeit, genauer zuzuhören, ist ebenfalls abhanden gekommen.

Gestern wurde in den Nachrichten erwähnt, dass die jährliche Zahl der Asylanträge um ein Drittel – nämlich um 110.000 – zurückgegangen sei.
Was nichts anderes heisst, als dass nur 330.000 Menschen Asyl in Deutschland gesucht haben.
Ein Land übrigens, welches von Völkerwanderungen geprägt ist.

In den 70er Jahren wurden 14 Millionen nach Deutschland „eingeladen“, um für die Deutschen die ”Drecksarbeit“ zu machen.
2024 lebten 3,5 Millionen Flüchtlinge mit internationaler Schutzberechtigung in einem Deutschland, das dank der Hilfe der in den 70ern „Eingeladenen“ seitdem um ein Vielfaches reicher geworden ist (was das Bruttosozialprodukt angeht).
Seit dem Krisenjahr 2008 folgte in der Grosswirtschaft bis 2024 regelmässig im Monatstakt eine Ankündigung von Umsatz-/Gewinnrekorden der anderen.

3,5 Millionen sind also ein Viertel der Anzahl von Menschen, die in den 70er Platz in Deutschland gefunden haben. Erwähnenswert ist hierbei, dass sich die Bevölkerungszahl der BRD seit 2003 reduziert.
Den neuen Gästen gestattet man allerdings nicht mehr, eine Tätigkeit aufzunehmen.
In der Wirtschaft sind inzwischen so viele Arbeitsplätze profitabel wegrationalisiert worden, dass es für die deutsche „Stammbesetzung“ nicht mehr ausreicht.

Neben dem Versuch Asylanten gesellschaftlich auszugrenzen, werden seit einiger Zeit auch die Empfänger von Bürgergeld ins Visier genommen:
Das Bürgergeld ist im Haushalt 2024 mit 26.000.000.000.- veranschlagt
Das voraussichtliche Bruttoinlandsprodukt liegt bei 4.456.000.000.000.-

Das liegt im unteren Bereich des seit der französischen Revolution zu Grunde gelegten Prozentsatzes von zwischen 5 und 10%, den eine Gesellschaft vom Ertrag des gesamt Erwirtschafteten für sozial Schwache aufbringen soll. Mich wundert, dass dieser Betrag mit 26.000.000.000.- € so niedrig ist. Angesichts der grossen Rationalisierungswellen und der in die Gesellschaft „entsorgten“ Arbeitskräfte habe ich hier mit mehr gerechnet.

Mehr denn je stellen sich auch hier wieder diese Fragen:
in was für einer Welt wollen wir leben?
Und:
sind wir nicht alle in erster Linie Menschen, egal wo wir uns nun gerade auf diesem Globus befinden?

Und folgende Fragen möchte ich vor Allem den Menschen stellen, die Entscheidungen treffen und diese auch umsetzen können:

  • Lassen sich gesellschaftliche Notwendigkeiten von wirtschaftlichen trennen?
  • Ist – auch geschichtlich gesehen – ein Miteinander nicht langfristig produktiver als ein Gegeneinander?
    Das heute vorherrschende Wirtschaftsprinzip ist eher „kriegerisch“ als erhaltend angelegt.

Bisher zeigt sich, dass diese Form in Toto eher zerstörerisch ist und die Benefits nur Wenigen zu Gute kommen, das dafür aber überproportional.
Ich wünsche mir von uns allen mehr globale Empathie, gesellschaftlich und wirtschaftlich.
World first.

Konstruktives Denken bitte auch.

Digi Digi all over and forever?

Let’s get grounded again….

Nun sind alle wieder wach.  :-))
Das hat der Crowdstrike Effekt schon mal bewirkt.
Nur, dass die Crowd nun den Dienstleister als Verursacher hinstellt, ist unfair.

Hier sind einige Faktoren es wert, angesehen zu werden:

  • zuerst einmal das blinde Vertrauen in eine höchst empfindliche Technologie, die inzwischen jeden Bereich des Lebens erreicht hat, inklusive unser Denken (das sich bereits sehr oft eher an der Menüzeile des Computers orientiert.)
  • Der Monofokus, dem wir uns jeden Tag aussetzen – egal ob am Bildschirm eines Computers, Tablets oder Smartphones – hat uns vergessen lassen, dass Schritt eins immer weitere zur Folge hat. Zu verlockend und bequem ist die Idee, mit nur einem Klick in meiner digitalen Wollmilchsau mal eben das Leben bzw. die Arbeit zu organisieren und effizient zu machen.
  • Dass es mal wieder schnell gehen musste. Das lässt sich an der Tatsache ablesen, dass höchst sensible Infrastrukturen (z.B. Krankenhäuser) nicht mit Alternativtechnologien abgesichert wurden – oder wenigstens mit abgekoppelten, eigenständigen lokalen Backup-Strukturen. Das ist ja auch ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor.
    Hat sich gerächt.
  • Polemisch gesagt: es wurde alles auf „Rot“ gesetzt – und durch die diesmal nur zeitweise Handlungsunfähigkeit von z.B. Fluglinien, Krankenhäusern, Banken und vielen anderen eine Menge dabei verloren.

Das bildet allerdings nur einen kleinen Ausschnitt der weltumspannenden Infrastruktur ab, die all ihre Informationen nur mittels eines einzigen einheitlichen Protokolls austauscht.
Ein seidener Faden.

Mit Cloudcomputing befanden wir uns also nur kurzfristig auf Wolke sieben.
Die Hoffnung war gross, durch die Auslagerung in die Cloud für die Anforderungen von Speicherung und BackUp genug getan zu haben. Zurück in der Realität sind die Abhängigkeiten, die geschaffen wurden, nun deutlich ins Scheinwerferlicht gerückt.
Ähnlich wie bei der dynamischen Lagerhaltung der Grosswirtschaft, zeigt sich hier, dass gemischte Strukturen verlässlicher greifen. Fällt ein System aus, kann das andere wenigstens noch puffern und bis zur Behebung des Problems die Handlungsfähigkeit bewahren.

Daraus ergeben sich noch andere Fragestellungen in Bezug auf das Zusammenspiel von Wirtschaft und Gesellschaft und inwieweit ausgrenzende Denkstrukturen weiterführen. Und vor Allem auch folgende Frage:
Brauchen wir wirklich für jeden Bereich im Leben ein Digi-Tool ?

Ich erinnere mich an die Zeit, als das Internet noch nicht werbeverseucht war, da war es ein Paradies für Wissenschaftler und Wissenshungrige.
Wie wichtig und hilfreich die Digitalisierung für den wissenschaftlichen Bereich lässt sich zum Beispiel in der Medizin klar absehen.
Hier macht sie also absolut Sinn.

Das kann ich z.B. vom Trend des Digital Signage überhaupt nicht behaupten. Der Wert des Inhalts der meisten Displays ist klar anzuzweifeln, falls überhaupt ein Wechsel stattfindet, der Energieverbrauch hingegen enorm. Neben den Produktionskosten dieser Monitore kommen ja nicht nur die Stromkosten für deren Betrieb dazu, sondern auch die Energieverbräuche der zuspielenden Infrastruktur, also Router, Switches, Server sowie der Rechner, auf denen die Inhalte generiert wurden, etc…

Auch für jede einzelne Suchmaschinen-Anfrage stellt sich ein überbordender Energiebedarf dar. Ich zeige hier eine vereinfachte Darstellung für eine Suche nach „rote Schuhe mit Schleife“ und welcher Energie-Aufwand dabei in Gang gesetzt wird:

Eigener Computer/Tablet/Smartphone —> WLAN/Router zu Hause/im Office —> ggf. Sendemast —> Knotenpunkt —> Routing (wahrscheinlich mehrfach) und Infrastruktur z.B. DNS Server —> Knotenpunkt —> Eingang beim Suchmaschinenbetreiber —> von dort Anfrage an mehrere Rechenzentren —> Verarbeitung der Antworten und Aufbereitung in eine Zusammenfassung im Rechenzentrum —> Knotenpunkt —> Routing (wahrscheinlich mehrfach) und Infrastruktur z.B. DNS Server —> Knotenpunkt —> ggf. Sendemast —> WLAN/Router zu Hause/im Office —> Ergebnis auf eigenem Computer/Tablet/Smartphone

Was für ein Energieaufwand für eine einzige simple Schuh Abfrage! Jede einzelne dieser Stationen verbraucht Energie, teils immens. Ähnlich verhält es sich mit Firmenstrukturen (dort auch im eigenen Intranet)

Da immer mehr Geräte in der digitalen Infrastruktur eingebunden und vernetzt werden (z.B. Internet of Things, Automobile etc.) steigt der Energiebedarf weiterhin exponential .
Die Meisten dieser Gadgets und Services sind nicht überlebensrelevant.
Das, was es mit unserer Umgebung macht, schon.

Es stellen sich also folgende Fragen:

  • wo macht Digitalisierung Sinn?
  • brauchen wir eine Digitalisierung um jeden Preis,
  • was ist verhältnismässig ?
  • in welchem Umfang ist sie verantwortbar?
  • sind die Konsequenzen absehbar?
  • wem kommt sie zu Gute?
  • welche Alternativen haben wir bzw. können wir noch entwickeln?

Nicht alles, was man tun kann, muss man auch tun.

Global stellt sich diese Frage genauso, wie die danach, was, dem Einzelnen zu Gute kommen kann ohne einer Allgemeinheit zu schaden.

Ausgrenzendes Denken ist auf jeden Fall nicht das Mittel der Wahl  ;))
Sondern ein globales Miteinander.

Viel Spass beim Umdenken, werte Crowd.
Strike!
;-))

Recruiting 4.0 – a two years journey into the world of applications.

Auf Grund meiner familiären Situation pendele ich seit 2 Jahren zwischen Hamburg und Wien.

Auf Grund meiner finanziellen Situation suche ich – inzwischen ebenso lang – nach einer Tätigkeit, möglichst remote.

Ich bin 67, habe zwei kleine Unternehmen aufgebaut, zuerst eines im Event- und Ausstattungsbereich, das ich 10 Jahre führte, zuletzt ein Systemhaus im Apple Umfeld, das ich 20 Jahre betrieb.
Zunächst dachte ich, dass es auf Grund des grossen Fachkräftemangels kein Problem sein dürfte, mit meinen Skills einen Job zu finden, auch wenn ich eine 5 jährige „IT-Pause“ hinter mir hatte.

Doch waren für eineinhalb Jahre die Reaktionen auf meine Bewerbungen nur ablehnend – sofern ich überhaupt Reaktionen erhielt. Dafür fand ich keine Erklärung und bekam auch auf Nachfragen keine. So schob ich dies erst einmal auf mein fortgeschrittenes Alter. Allerdings war immer wieder zu lesen, dass angesichts des Mangels am Arbeitsmarkt auch wieder vermehrt ältere Fachkräfte rekrutiert würden.

Durch Zufall stiess ich bei meinen Recherchen dann darauf, dass in Bewerbungsprozessen inzwischen vermehrt auf automatisierte Vorarbeit gesetzt wird, in diesem Fall auf das ATS = Applicant-Tracking-System. Um von diesem System wahrgenommen zu werden, muss der berufliche Werdegang in ein Format gebracht werden, das vom ATS-Scanner erkannt und ausgelesen werden kann.

Im Netz machte ich mich auf die Suche nach einem Testscanner, um meine Applikation zu prüfen und fand als Ergebnis statt eines Scanners eine Vielzahl von Dienstleistern vor, die meine Unterlagen analysieren und pimpen wollten – gegen eine respektable Gebühr, jeweils pro Bewerbung. Den benötigten Scanner fand ich damals nach längerer detektivischer Recherche dann endlich – in den USA.  (Inzwischen sind glücklicherweise wesentlich mehr Testumgebungen aufzufinden.)

Der erste Test-Durchlauf meiner beruflichen Selbstdarstellung war verheerend:  keine meiner Fähigkeiten und keine der Stationen in meinem Arbeitsleben konnten korrekt ausgelesen und zugewiesen werden, nicht einmal die Adresse. Nun hiess es ein Layout, welches sich vor ein paar Jahren noch als nützlich erwiesen hatte, komplett umzuarbeiten. Es schien also bisher der Fall gewesen zu sein, dass mein Lebenslauf aussortiert worden war, bevor ihn überhaupt ein menschliches Wesen zu Gesicht bekommen hatte.

Ich fragte im KollegInnen- und Freundeskreis nach, seit wann denn ATS im Einsatz ist und wie ihre Erfahrungen sind. Erstaunlicher Weise hatten nur die wenigsten davon gehört, nicht einmal die StudentInnen darunter, dass sich dieses System etabliert hat. Selbst Universitäten bereiteten ihre AbsolventInnen anscheinend nicht darauf vor, ATS konforme Bewerbungen zu erstellen. Dass es also einen so grossen FacharbeiterInnen-Mangel gibt, ist angesichts dessen nicht verwunderlich. 

Eine Vielzahl an BewerberInnen werden sich in Unkenntnis der Existenz und Funktionsweise des ATS mit nicht konformen Unterlagen bewerben und so ist stark zu vermuten, dass qualifizierte KandidatInnen von diesem starren System direkt am Anfang des Bewerbungsprozesses herausgefiltert werden, da es leider nicht in der Lage ist, Unterlagen korrekt auszulesen, die nicht dem vorgegebenen Standard folgend gestaltet sind.

Es ist verständlich, dass RecruiterInnen Prozesse optimieren wollen, doch nicht immer ist der Schlachtruf „Standardisierung“ zielführend, da BewerberInnen dann eben doch sehr individuell sind und es bei der Suche nach passenden KandidatInnen hilfreich ist, auch zwischen den Zeilen lesen zu können.

Meine Unterlagen erreichen nun nach der Anpassung eine ATS-Trefferquote von durchschnittlich 89% und immerhin bekomme ich nun auch mehr Rückmeldungen, immer noch viele Absagen, aber auch einige mehrphasige Vorstellungsrunden waren dabei.

Ich vermute, dass meine Bewerbungen beim Tracking noch immer häufig sofort aussortiert werden, weil mein Geburtsjahr 1957 nicht den vorgegebenen Parametern entspricht.

Die arme Wirtschaft

Vor einiger Zeit kam sie wieder, die Nachricht, dass es eine schlimme Rezession gäbe. Ich glaube, es war ein Prozentpunkt, um den das Wirtschaftswachstum zurückgehen soll (diese Meldungen gab es in der Vergangeheit auch schon zahlreich und wie durch ein Wunder, wurde es dann doch nicht so schlimm).

Es wird also ein Prozent weniger Wirtschaftswachstum geben. Wohlgemerkt: WACHSTUM!

Es wird keine Verluste geben, nur eben ein bisschen weniger vom Gewinn. Trotzdem wird diese Meldung so verbreitet, als müsse die Wirtschaft morgen untergehen, Jeder kleine und mittelständische Betrieb wirtschaftet so, dass er möglichst Zeiten ohne Zuwächse oder gar Verluste überstehen kann.

Das funktioniert interessanterweise in der Grosswirtschaft nicht so. In „schlechten“ Zeiten wird ein Zubrot vom Staat (also uns allen) verlangt, die Flaute wird also nicht mit den üppgen Gewinnen gepuffert, die vorher erwirtschaftet worden sind.

Die grosse Drohung sind dann die schwindenden Arbeitsplätze. Ungeachtet dessen werden die Gelder aus Gewinnen zum Abbau derselben eingesetzt. Erst unlängst hat ein grosser Chemiekonzern ein vollautomatisierte Werk im Osten Deutschlands errichtet und hatte keine Skrupel, für dieses Millionen an Subventionen zu fordern – und auch zu bekommen. 

Wir bezahlen also grosse Konzerne dafür, dass diese Stellen abbauen, wir pflegen für sie die Infrastruktur für den Transport ihrer Güter, fangen die Arbeitnehmer auf, die bei den Rationalisierungen auf der Strecke geblieben sind, subventionieren deren Energiekosten.

Zum Dank schaffen dann Konzerne es auch noch, kaum etwas zur Beteiligung an unserer Gesellschaft in Form von Steuern beizutragen, dank hervorragender Steuerberater und Rechtsanwälte – und einem gut funktionierenden Lobbyismus.

Gehen wir einmal etwas in der Geschichte zurück: in den 1970/1980ern gab es bereits eine grosse Rationalisierungswelle. Dies geschehe alles zum Wohle der Gesellschaft, schwere Arbeit müsse nicht mehr verrichtet werden, es würde mehr Freizeit zur Verfügung stehen und Kultur, Bildung und Soziales sowie das Gesundheitswesen sollten gefördert und abgesichert werden.

Was folgte war eine dank ihrer Leistungskurse wirtschaftsorientierte und unkritische Bildungsreform, eine Verschulung des Studiums, der Abbau von Sozialleistungen und Gesundheitswesen sowie Stellenabbau.

Währenddessen wurden die grossen Gewinne dazu eingesetzt im Rahmen der immer weiter entwickelten Globalisierung sich steuerlich den nationalen Strukturen durch Umschichtung der Gewinne in „steuerfreundlichen“ Länder zu entziehen.

Noch stärker wurde diese Entwicklung ab 2008, dem Jahr DER Krise. Sehr viele Konzerne und Banken wurden sttaatlich (also von uns allen) gestützt. Es drohte der Kollaps. Und trotzdem reissen seitdem die Meldungen über Rekord-Gewinne und -Umsätze nicht ab – und die Krisenmeldungen allerdings auch nicht.

Spannend auch der Umgang mit der jetzigen Inflation, einer Bereinigung, die schon so lange anstand und im Grunde genommen nichts bedrohliches an sich hat. Nach Zeiten einer künstliche Null-Zins Politik – um die Wirtschaft zu stärken – war es nicht verwunderlich, das es zunächst einen Inflationspeak gibt. Der ist auch schnell wieder gesunken – doch das Bedrohungsszenario wird inzwischen schon bei 0,1 Prozentpunkten geschürt.

Gehen wir also noch einmal zurück, auch wieder in die siebziger/achtziger Jahre: Inflation war etwas sehr normales, ein fester Bestandteil einer Geld- und Investmentpolitik. Auch stellten Zeiten, in denen sich Verluste ergaben, kein grosses Problem dar, schliesslich gehörte es zum Wirtschaften, genau diese Effekte des Rauf und Runter mit einzuplanen.

Das ist aber etwas, was eine wachstumsorientierte Wirtschaft heute nicht mehr mit einbezieht. Nun kommt für die Verluste die Gesellschaft auf. Der Abbau in den Bereichen Kultur, Bildung, Soziales und Gesundheitswesen kommt nicht von ungefähr. Der weitere Stellenabbau ebenso.

Eigentlich wissen wir es schon lange: immerwährendes Wachstum ist nicht möglich, nicht zuletzt wegen der begrenzten Ressourcen. Trotzdem stellen Erhalt oder sogar Verzicht heute keinen Wert dar. Die Werteskala von Managern, Geschäftsführern, Abteilungsleitern und nicht zuletzt auch Politikern ist nach wie vor und wider besseren Wissens: mehr, mehr, mehr….

Und so werden wir offensichtlich nicht weiterkommen.